Grauer Winterhimmel - trüber Sinn ?

Lichttherapie hilft

 
 

Viele Menschen würden im Winter am liebsten in den Winterschlaf gehen.
Die dunklen Tage machen sie trübsinnig und sie fühlen sich antriebsarm.
Wir Ärzte sprechen dann von:
SAD, saisonaler abhängiger Winterdepression.
Bisher versuchte man meist, diese Probleme mit Medikamenten zu bekämpfen.
Heute steht uns die Lichttherapie als nahezu nebenwirkungsfreie Therapie zur Verfügung:
DAVITA GmbH

Licht bestimmt den Biorythmus


Über Jahrtausende hinweg war das Leben der Menschen bestimmt durch den Wechsel von Tag und Nacht, von Licht und Dunkelheit. Früher stand man auf, wenn es morgens hell wurde, arbeitete tagsüber häufig draußen und legte sich zur Ruhe, wenn die Nacht kam.

Mit der Erfindung des künstlichen Lichts verringerte sich die Abhängigkeit des Menschen vom natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Die Folge waren gravierende Veränderungen im Lebens- und Arbeitsalltag. Heute spielt sich ein immer größerer Teil unseres Lebens in Innenräumen ab. Viele verbringen ihren ganzen Tag in künstlich beleuchteten Büroräumen, Geschäften, Fabrikhallen; zum Sehen reicht dieses Licht zwar aus, aber für unser Wohlbefinden insgesamt ist es dennoch nicht hell genug.

Tageslicht stoppt Schlafhormon

Licht beeinflußt unseren Organismus auf zwei Wegen – über die Augen und über die Haut. So weiß man heute, daß die ultravioletten Strahlen des Lichts z.B. bei der körpereigenen Produktion von Vitamin D eine wesentliche Rolle spielen. Über die Augen und die Sehnerven regt Licht in unserem Gehirn die Ausschüttung bestimmter chemischer Botenstoffe an. Helles Licht aktiviert z.B. die Bildung von Serotonin und Noradrenalin. Diese beiden Hormonen, die u.a. auf die Schild- und Bauchspeicheldrüse, die Nebennieren und auf die Geschlechtsdrüsen wirken, bringen nicht nur unseren Organismus, sondern auch unsere Stimmung in Schwung. Das Tageslicht stoppt zudem die Produktion des „Schlafhormons“ Melatonin, das während der Nacht unseren Körper auf Ruhe schaltet. Ganz vereinfacht gesagt: Licht macht munter, Dunkelheit macht müde.

Trübes Licht – trübe Stimmung

Und was das Licht angeht, so sieht es gerade in den Herbst- und Wintermonaten im wortwörtlichen Sinne trübe aus: Man frühstückt bei künstlichem Licht, fährt im Dunkeln zur Arbeit, setzt sich dort an den künstlich beleuchteten Schreibtisch und kommt schließlich abends im Dunkeln nach Hause. Die normale Raumbeleuchtung liegt in der Regel bei 300 bis 500 Lux; und das ist für uns auf Dauer einfach zu wenig. Heute weiß man, daß der Mensch eine bestimmte Lichtmenge pro Tag braucht, wenn die komplexen Vorgänge im Körper alle reibungslos ablaufen sollen. Als Taktgeber für den biologischen Lebensrhythmus wirkt Licht jedoch erst bei einer Intensität von mindesten 2.000 Lux. Diese Helligkeit wird zwar auch im Winter tagsüber ohne weiteres im Freien erreicht, aber viele Menschen kommen eben gerade in den Wintermonaten tagsüber kaum nach draußen. So ist es eigentlich gar nicht verwunderlich, daß sich viele Menschen in dieser Jahreszeit lustlos und abgeschlagen fühlen. Bei manchen kommt es sogar zu Depressionen. Ärzte sprechen in diesem Fall von Saisonal Abhängiger Depression (SAD) oder Winterdepression. Die Betroffenen klagen über Antriebslosigkeit, haben ein vermehrtes Schlafbedürfnis, und ihre Grundstimmung ist wie das Wetter – schlecht!

Ganz einfach mehr Licht

In solchen Fällen wird heute oft die 1980 in den USA entwickelte Lichttherapie eingesetzt. In umfangreichen Studien in den letzten Jahren konnte nachgewiesen werden, daß mit Hilfe der Lichttherapie die Symptome der Winterdepression deutlich gemildert werden können und die Betroffenen wieder mehr Lebensfreude entwickeln. Inzwischen hat sich auch gezeigt, daß Lichttherapie z.B. auch bei Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und beim Prämenstruellen Syndrom (also bei regelmäßig auftretenden Beschwerden vor der Menstruation) hilfreich sein kann. Die Idee, auf der die Lichttherapie beruht, ist im Grunde genommen ganz einfach: Das Lichtdefizit muß ausgeglichen werden. Zu diesem Zweck werden spezielle Lampen eingesetzt, die Licht in einer Stärke von 2.500 bis 10.000 Lux abgeben. Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, sind bei diesem Licht die Infrarotstrahlen und die UV-Anteile weitestgehend herausgefiltert. Die Behandlung selbst ist unkompliziert. Der Patient sitzt – je nach Stärke der „Lichtdusche“ – etwa eine halbe bis zwei Stunden vor der Lampe. Er kann dabei lesen, arbeiten oder fernsehen. Wichtig ist nur, daß die Augen offen gehalten werden. Häufig zeigt sich schon nach wenigen Tagen eine positive Wirkung. Meist dauert die Behandlung etwa zwei Wochen, manchmal erstreckt sie sich aber auch über einen längeren Zeitraum. Der Vorteil der Therapie ist, daß es höchst selten zu Nebenwirkungen kommt. Falls Patienten gelegentlich aber doch einmal z.B. über Kopfschmerzen klagen, hilft oft schon eine Verkürzung der Behandlungsdauer.

Nicht ohne ärztliche Kontrolle

Immer sollten einer Lichttherapie eine gründliche ärztliche, auch augenärztliche Untersuchung sowie eine ausführliche Beratung vorausgehen. Die Behandlung erfolgt in der Regel in der Arztpraxis. Sie kann aber auch – nach einer sorgfältigen Anleitung – vom Patienten selbst zu Hause vorgenommen werden, wenn eine entsprechende Lampe vorhanden ist.

Quelle:
Apotheke aktuell
DAVITA GmbH&Co.KG